Führungskompetenz in Krisen

FÜHRUNG IN KRISENZEITEN- WAS JETZT WIRKLICH WICHTIG IST!

Kommunikation, Besonnenheit, Entschlossenheit – das muss Führung jetzt leisten

So etwas hat die Welt lange nicht erlebt. Von einem Tag auf den anderen ist alles anders. Der Virus mit dem schönen Namen Corona legt unser gesamtes gewohntes Leben lahm, nicht nur lokal, sondern weltweit. Wir stehen vor multiplen Herausforderungen: Ganz akut die Versorgung der Erkrankten, die Verlangsamung der Infektionen. Doch wir stehen vor gesellschaftlichen und nicht zuletzt vor immensen wirtschaftlichen Problemen, die alle zur gleichen Zeit angegangen werden müssen. Selten hatten Management und Führung auf allen Ebenen ähnliche Aufgaben zu bewältigen.

Menschen empowern

Für Unternehmen jeder Größe und Branche gilt: Über Nacht hat sich alles geändert. Arbeitsorganisation, Produktion, Märkte, Umsätze – alles ist anders, als es vor kurzem noch war. Für die meisten, die nicht im systemrelevanten Groß- und Einzelhandel bzw. in der Produktion aktiv sind, heißt es jetzt Kurzarbeit zu organisieren, mobile Arbeit einzuführen, Krisenpläne zu schreiben. Und vor allem: Die Menschen in ihren Organisationen so gut es geht zu unterstützen – ganz praktisch mit technologischen Hilfsmitteln, damit sie weiterarbeiten können, mit flexiblen Arbeitszeitregelungen, um Kinderbetreuung und Heimarbeit unter einen Hut zu bekommen, vor allem aber mit Informationen. Denn die Sorgen und die Unruhe sind groß.

„Es geht um Führung. Führung, die Orientierung gibt“, schreibt Joachim Rotzinger in seinem Appell „Aufbruch statt Zusammenbruch“. Recht hat er. Selten zuvor war Führung so entscheidend. Viele Menschen sind verunsichert, die Lage ist unübersichtlich, ändert sich stündlich. Und die Frage, welche wirtschaftlichen Folgen Corona haben wird, für einzelne Unternehmen und die Volkswirtschaft insgesamt, ist heute noch nicht absehbar. Da kommt es darauf an, dass Führungskräfte den Menschen in den Teams zur Seite stehen. Offen und ehrlich.

Reden, erklären, beruhigen

Das bedeutet: Lage erklären, wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens in der Krise erläutern. Ein Bild der Situation malen, das den Tatsachen entspricht. Und Befürchtungen und Ängste der MitarbeiterInnen ernst nehmen. Vertrauen schaffen. In die Fähigkeiten jedes einzelnen Menschen und in das Team.
Das ist eine große Herausforderung für alle Führungskräfte. Denn es geht um Kommunikation. Und die ist schon nicht immer einfach, wenn alle Beteiligten an einem Ort zusammensitzen. Noch herausfordernder wird das, wenn das Team oder die ganze Abteilung verteilt in den jeweiligen Homeoffices arbeiten.
Zeiten der Krise sind Zeiten der Bewährung. Das ist eine Phrase und dennoch wahr. Jetzt zeigt sich, wer Führung wirklich kann. Und es zeigt sich, ob all das Gerede über Eigenverantwortung, Selbststeuerung und Freiräume, die Unternehmenskultur also, mehr ist als schöne Sätze in Hochglanzfirmenbroschüren.

Flexibilität ist gefragt – mit Blick auf morgen

Was jetzt zählt, was es jetzt braucht, ist Vertrauen. Ehrlichkeit. Zuversicht. Mut. Und Handeln. Natürlich muss nun alles auf den Prüfstand. Wo und wie können Unternehmen schnell Kosten einsparen? Was ist unmittelbar notwendig, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, was ist verzichtbar? Und vor allem: Wo sind Möglichkeiten, Angebote so umzustricken, dass sie auch jetzt noch auf Nachfrage stoßen? Was brauchen Kunden gerade in diesem Moment, damit auch sie ihr Geschäft am Leben halten können? Fantasie, Flexibilität und pragmatisches Handeln sind gefragt.

Besonnene Entschlossenheit

Richtig so. Wir müssen jetzt die Krise bewältigen, indem Kosten gesenkt, alle nicht unabdingbaren Ausgaben auf den Prüfstand gestellt werden. Krisenmanagement ist gefragt. „Aber der alleinige Blick auf die Kosten ist riskant, denn er gefährdet die Zukunft – wenn er dazu führt, dass wir Innovationen und Investitionen in die Zukunft aus dem Auge verlieren.“

Führung und Management in der Krise verlangt nach Analyse. Nach entschiedenem Handeln, das bestmöglich kommuniziert und erklärt werden muss. Damit die betroffenen MitarbeiterInnen nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern engagiert anpacken. Ihre Ideen einbringen und umsetzen. Mit einem Wort: Führung heißt besonnene Entschlossenheit.

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