Generationen gut führen

Altersgerechte Arbeitsgestaltung für alle Mitarbeitergenerationen

Experten sind sich einig: Um dem bestehenden oder drohenden Fachkräftemangel zu begegnen, ist eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur notwendig. Sie bildet die Basis dafür, dass Mitarbeiter aller Generationen gesund, kompetent und motiviert sind und bleiben. Besonders die älteren Arbeitnehmer sollten dabei in den Fokus genommen werden, denn ihre Potenziale bleiben bislang oft unbeachtet. Doch wenn Ältere vernachlässigt werden, kann das zu Demotivation führen. Viele wünschen sich, möglichst früh in den Ruhestand zu gehen, oder kündigen innerlich. Hier verschenken Unternehmen viel Potenzial. Angesichts der alternden Belegschaften gibt es daher dringenden Handlungsbedarf.

Mitarbeiterführung und -unterstützung für jedes Alter

Im Wandel der Arbeitswelt sind Führungskräfte mehr als je zuvor gefordert, ihre Mitarbeiter in den Blick zu nehmen. Es bedarf der Unterstützung, Führung und Begleitung des Einzelnen – egal welchen Alters – auch wenn die Lebensphase des Einzelnen von Bedeutung ist. Was ist nötig, um Gesundheit, Kompetenz und Motivation der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern? Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, sich die  Arbeitsfähigkeit nach Juhani Ilmarinen (2012) anzuschauen.
Gerade im Hinblick auf die Individualisierung gibt es sicher auch unter Ihren Beschäftigten viele unterschiedliche Bedürfnisse und Werte; daher st es wichtig, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Versuchen Sie gemeinsam, die Interessengebiete Ihres Teams zu erkunden:

  • Was passt zu Ihnen und Ihren Mitarbeitern?
  • Wie stellen sie sich den Lebensraum Arbeit vor?
  • Was wünschen sich Ihre Mitarbeiter?
  • Was kann gemeinsam für Gesundheit, Kompetenz und Motivation getan wer- den?

Verschiedene Alter gut (zusammen) führen

Wichtig ist es, sich über die verschiedenen Mitarbeitergenerationen mit ihren Bedürfnissen, Belastungen, Potenzialen etc. Gedanken zu machen und einen Führungsstil zu finden, der Ihnen dabei hilft, die verschiedenen Mitarbeitergenerationen erfolgreich und gut zu führen.
Das Ziel sollte eine alters gerechte und alternsgerechte Arbeitsgestaltung sein, die die Bedürfnisse der verschiedenen Mitarbeitergenerationen in den Blick nimmt; denn sie trägt zur Motivation, zur Zufriedenheit und zum Engagement der Mitarbeiter bei. Eine schnelllebige, komplexe Arbeitswelt mit vielfältigen Mitarbeitern und hohem Bedarf an Kommunikation benötigt kontinuierliche Weiterbildung und Unterstützung auf der fachlichen Ebene, in Bezug auf das Miteinander und hinsichtlich der individuellen psychischen und physischen Gesundheit.

Warum teile ich die Beschäftigten in (Arbeits-)Generationen ein?

Weil sich damit typische Lebenslagen beschreiben und grobe Zuordnungen vornehmen
lassen. Weil Menschen von bestimmten Lebensumständen, politischen, technologischen, sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt werden. Und weil es tatsächlich altersbedingte Unterschiede gibt, die Einfluss auf das Arbeitsleben haben: Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich Arbeitsbedingungen bei unterschiedlichen Altersgruppen verschieden auswirken können.

Das Big-Five-Persönlichkeitsmodell
Ihre Mitarbeiter haben sicher ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Als Führungskraft sind Sie immer wieder gehalten, die Beschäftigten zu fördern, zu fordern und zu begleiten. Sie möchten positiv auf ihre Entwicklung einwirken und haben hier im besten Fall viele Ideen und Strategien parat.

Damit Sie die Persönlichkeit Ihrer Mitarbeiter besser einschätzen können, möchte ich Ihnen das sogenannte Big-Five-Modell (Fünf-Faktoren-Modell) vorstellen. Dieses Modell aus der Persönlichkeitspsychologie unterscheidet fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit :

  • Neurotizismus (Neigung zu Ängstlichkeit, Traurigkeit und emotionaler Labilität)
  • Extraversion (Neigung zu Optimismus und Geselligkeit)
  • Offenheit für Erfahrungen (Interesse an Neuem, Wissbegier)
  • Verträglichkeit (Neigung zur Nachgiebigkeit, Selbstlosigkeit und Kooperation)
  • Gewissenhaftigkeit (Neigung zu hoher Leistungsbereitschaft, ausgeprägte Disziplin, Tendenz zur Zuverlässigkeit).

Die drei Mitarbeitergenerationen

Wer sind nun die Mitarbeitergenerationen? Wer sind die Jüngern oder die Älteren? Und worauf sollten Sie achten?
Die Vertreter der drei Mitarbeitergenerationen befinden sich in unterschiedlichen Phasen ihres Berufs- und Privatlebens, sind in verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Umgebungen aufgewachsen und haben vielfach unterschiedliche Leitthemen, die sie in ihrer jetzigen Situation umtreiben. Das bedeutet nicht, dass alle Menschen einer Generation gleich sind.

Jüngere Mitarbeitergeneration
Jugendlichkeit gilt als erstrebenswertes Ideal. Zugleich haben ältere Generationen schon immer über die Jugend geschimpft. Wer sind heute die Menschen hinter diesen Generationenklischees?
Da infolge des demografischen Wandels immer weniger Junge nachkommen, wird in Zukunft in vielen Branchen ein War for Talents“ – ein Kampf um die besten Köpfe – entbrennen. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, die Bedürfnisse junger Fachkräfte einschätzen zu können und darauf einzugehen. Dazu benötigen sie Wissen über diese Generation.

Mittlere Mitarbeitergeneration
Mittendrin! Das ist die mittlere Mitarbeitergeneration
Gerade an dieser Mitarbeitergeneration zeigen sich viele Überschneidungen mit der jüngeren oder älteren Generation. Hier zeigt sich ganz deutlich, dass keine eindeutige Trennung beziehungsweise Definition der Generationen möglich ist. Wie man die mittlere Mitarbeitergeneration einschätzt, hängt auch damit zusammen, wie die jeweils anderen Generationen definiert werden: Ist ein 33-Jähriger noch der jüngeren oder schon der mittleren Generation zuzuordnen? Wie sieht es mit einer 47-Jährigen aus, die bereits seit 25 Jahren im Berufsleben steht, also bereits die zweite Hälfte des Berufslebens erreicht hat?

Ältere Mitarbeitergeneration
Die Alten, die Reifen, die Zähen, die Schwächerwerdenden, die, die viel zu erzählen haben Die ältere Generation ist so vielfältig wie kaum eine andere – es lohnt sich, mehr über sie zu erfahren!
Dieser Generation gilt es besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken zum einen, weil die Anzahl der älteren Arbeitnehmer immer mehr zunimmt und in Zukunft weiter ansteigen wird; zum anderen, weil nach wie vor das sogenannte Defizitmodell noch immer stark in den Köpfen der Menschen verankert ist. Diesem Modell zufolge können ältere Menschen weniger leisten als jüngere. Doch dieses Vorurteil hält wissenschaftlichen Untersuchungen nicht stand. Altersbedingte Einschränkungen können vielmehr durch individuelle Ressourcen, persönliche Kompetenzen und durch gute Rahmenbedingungen ausgeglichen werden. Es gibt allerdings, wie in allen Mitarbeitergenerationen, große Unterschiede zwischen einzelnen Personen.

Was gute Führung aus der Sicht älterer Arbeitnehmer ausmacht:

  • eine positive Einstellung gegenüber dem Alter • die Bereitschaft zur Zusammenarbeit
  • (ausgeprägte) Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft
  • die Einrichtung von Handlungsspielräumen zur individuellen Arbeitsplanung
  • die Schaffung von Rahmenbedingungen, die ein Miteinander von Jung und Alt statt ein Gegeneinander zulassen

Zu all diesen Punkten bekommen Sie in unserem Workshop Tipps und Denkanstöße. Damit ist die Basis für gute alter(n)sgerechte Führung gelegt.