Interkulturelles Projektmanagement

Grenzüberschreitendes Projektmanagement gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Die »Grenzen« beziehungsweise die Grenzüberschreitungen definieren sich heute aber anders als vor 30 Jahren. Dabei werden in den letzten Jahren nicht nur politische und gesellschaftliche Grenzen, sondern auch kulturelle und organisatorische Barrieren – man denke an Länder-, Branchen- und Unternehmenskulturen – überschritten. Somit ergeben sich neue Herausforderungen für das Management und vor allem für die Führung in und mit Projekten. Projektmanagement hat schon lange die Domäne der Technik verlassen und hat einen zentralen Platz in der Organisation von Unternehmungen, Öffentlicher Verwaltung, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern*.
Vom IT-Projekt über die Entwicklungshilfe bis hin zum dedizierten Projektunternehmen, dessen Organisation sich insgesamt als Summe aller Projekte darstellt, haben Anteil und Spektrum der Tätigkeiten, die in Projekten stattfinden, stetig zugenommen. Ohne Zweifel haben neue Technologien (vor allem das Internet und das, was danach kam), gesellschaftliche, demografische, aber auch wirtschaftliche Entwicklungen die Art verändert, wie wir uns organisieren und Ergebnisse im Geschäftsbereich erzielen. Der Wettbewerb wird zunehmend auf der Ebene »weicher« und zugleich hochkomplexer Technologien  und effizienter Organisationsstrukturen (wie etwa  Amazon und Starbucks oder die globalen Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie) ausgefochten.
Vor allem aber mussten wir neue Flexibilität und den Umgang mit neuartigen organisatorischen Herausforderungen lernen. Dabei ist das Projektmanagement zunehmend zur dominierenden Organisationsform aufgestiegen.

*Interkulturelles Projekt-Management in der Pflege

Auch Pflegekonzepte sind kulturell gebunden. Während ein Deutscher beim Umgang mit Krankheit, Gesundheit und Pflege wahrscheinlich mehr der naturwissenschaftlichen Medizin verbunden ist, sucht eine religiöse Türkin vielleicht eher Hilfe bei einem Hoca, einem islamischen Geistlichen oder Heiler. In
Deutschland ist das Thema „Interkulturalität in der Altenpflege“ derzeit aktueller als jemals zuvor, da in den nächsten Jahren die Anzahl der älteren Migranten deutlich steigen wird. Große Sozialorganisationen wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) rechnen mit einem steigenden Bedarf an Unterstützungs-, Pflege- und Beratungsdienstleistungen bei älteren Ausländern. Multikulturalität existiert jedoch nicht nur unter den Klienten, sondern auch in den Pflegeteams. Aufgrund der zunehmenden Internationalität der Unternehmensverbindungen entwickelt sich auch der Pflegesektor zum „Global Player“. All diese Entwicklungen lassen erkennen, dass die Internationalisierung der Altenpflege unumgänglich ist.