Ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung 4.0

Die Gefährdungsbeurteilung ist eine arbeitsschutzgesetzliche Pflicht. Sie dient der Prävention von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich der menschengerechten Gestaltung von Arbeit und ist ein zentrales Instrument zur Steuerung der betrieblichen Arbeitsschutzaktivitäten. Sie soll helfen, diese zielgerichtet und wirkungsvoll zu gestalten.

Bei der Gefährdungsbeurteilung im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes geht es immer um die Beurteilung und Gestaltung der Arbeit. Auch bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung steht die Beurteilung und Gestaltung der Arbeit in Bezug auf die psychische Belastung im Vordergrund. Es geht nicht um die Beurteilung der psychischen Verfassung oder Gesundheit der Beschäftigten. Die Gefährdungsbeurteilung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur menschengerechten Gestaltung von Arbeit und daraus folgend zum Erhalt der Gesundheit, Motivation und Beschäftigungsfähigkeit der Beschäftigten. Sie nimmt u.a. Arbeitsaufgaben und -abläufe sowie die sozialen Beziehungen in den Blick und trägt damit dazu bei, zum Beispiel Störungen von Arbeitsabläufen und Konflikte zu identifizieren und durch entsprechende Maßnahmen zu vermeiden.

Eine Gefährdungsbeurteilung, die nur Einzelaspekte betrachtet, ist in einer modernen, digitalen Arbeitswelt wirkungslos, der Prozess der ganzheitlichen Gefährdungsbeurteilung betrachtet hingegen alle relevanten Gefährdungsfaktoren und deren Wechselwirkungen. Damit wird die Gefährdungsbeurteilung ein Instrument, das es Unternehmen erlaubt, eigenständig einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess anzustoßen und betriebsspezifische und flexibel anpassbare Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.

Psychische Belastung bei der Arbeit umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher psychisch bedeutsamer Einflüsse, etwa die Arbeitsintensität, die soziale Unterstützung am Arbeitsplatz oder die Dauer, Lage und Verteilung der Arbeitszeit. Eine Arbeit ohne psychische Belastung ist genauso wenig denkbar und wünschenswert wie eine Arbeit ohne jede körperliche Belastung. Psychische Belastung ist daher wertneutral zu verstehen.  Ähnlich wie bestimmte Arten und Ausprägungen körperlicher Belastung gesundheitsgefährdend sein können, kann auch die psychische Belastung bei der Arbeit gesundheitsbeeinträchtigende Wirkungen haben, zum Beispiel bei andauerndem hohen Zeit- und Leistungsdruck oder bei ungünstig gestalteter Schichtarbeit. Daher ist es erforderlich, psychische Belastungen der Arbeit in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Das Thema Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist in aller Munde, seit es Anfang 2015 verpflichtend in das Arbeitsschutzgesetz aufgenommen wurde. Viele Unternehmen möchten gerne aktiv werden, wissen jedoch nicht, wie sie die Sache angehen sollen. Mit unserer fachkundigen Unterstützung und unserer ganzheitlichen Herangehensweise lässt sich diese Herausforderung problemlos meistern. Gemeinsam mit Ihnen erstellen wir eine Gefährdungsbeurteilung: bedarfsgerecht, transparent und kontrollierbar.

Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Unser 7 Punkte Plan zur erfolgreichen Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung – psychische Belastungen am Arbeitsplatz. 

  1. Festlegung von Tätigkeiten/Bereichen: Die Tätigkeiten/Arbeitsbereiche, auf die sich die Gefährdungsbeurteilung beziehen soll, werden festgelegt.
  2. Ermittlung: Die mit der Arbeit verbundene psychische Belastung wird ermittelt und dargestellt.
  3. Beurteilung: An die Ermittelung schließt sich die Beurteilung an, ob angesichts der ermittelten psychischen Belastung Maßnahmen des Arbeitsschutzes erfoderlich sind.
  4. Maßnahmen: Je nachdem, ob im Ergebnis der Beurteilung Gestaltungsbedarf festgestellt wurde, werden darauf bezogenen Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.
  5. Wirksamkeitskontrolle: Es wird geprüft, ob die Maßnahmen umgesetzt wurden und ob sie zur beabsichtigten Veränderung der psychischen Belastung geführt haben.
  6. Dokumentation: Der Gefährdungsbeurteilungsprozess und seine Ergebnisse werden dokumentiert.
  7. Fortschreibung: Die Gefährdungsbeurteilung wird aktualisiert, wenn sich die der Gefährdungsbeurteilung zurgrundeliegenden Gegebenheiten ändern.

Fünf Merkmale auf die wir  bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung größten Wert legen:

Relevanz:

Bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung sind die Merkmalsbereiche

  • Arbeitsinhalte/Arbeitsaufgaben,
  • Arbeitsorganisation,
  • soziale Beziehungen
  • Arbeitsumgebung
  • betriebliche Rahmenbedingungen und
  • Führungsverhalten

zu beachten. Welche Belastungsfaktoren dabei im Unternehmen bedeutsam und im Einzelnen zu beurteilen sind, gilt es jeweils mit Blick auf die konkreten Gegebenheiten im Unternehmen sowie unter Bezugnahme auf den arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisstand zu begründen und zu entscheiden.

Glaubwürdigkeit (credibility):

Wichtig ist eine glaubwürdige Darstellung und Beurteilung der psychischen Belastung bei der Arbeit. Grundlegend dafür sind beispielsweise die methodische Qualität der verwendeten Instrumente und Verfahren sowie deren fachgerechte Anwendung im Betrieb.

Genauigkeit:

Die Gefährdungsbeurteilung sollte zu einer so konkreten Beschreibung  der   Belastungssituation sowie der Gestaltungserfordernisse und ­-möglichkeiten führen, dass problemspezifische und ­angemessene Maßnahmen entwickelt und  umgesetzt werden können.

Nachvollziehbarkeit:

Sowohl die betrieblichen Akteure als auch die Aufsichtsbehörden  müssen   nachvollziehen können, wie die Darstellungen und Beurteilungen der psychischen Belastung zustande kamen, wie daraufhin festgelegte Maßnahmen in den Beurteilungsergebnissen begründet sind und ob diese Maßnahmen  umgesetzt und wirksam wurden. Für Beschäftigte und ihre Führungskräfte wird die Gefährdungsbeurteilung „ihrer“ Arbeit am ehesten dann     nachvollziehbar, wenn sie an den Gefährdungsbeurteilungsschritten angemessen beteiligt werden (siehe nächster Punkt). Nachvollziehbarkeit sollte zudem durch eine geeignete Dokumentation geschaffen werden

Information und Beteiligung:

Beschäftigte und Führungskräfte sollten über das Ziel, die Vorgehensweise und die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung ihrer Tätigkeit bzw. in ihrem Bereich informiert werden. Bei der Gefährdungsbeurteilung sollten das Erfahrungswissen und die Gestaltungskompetenzen sowohl der Beschäftigten als auch der Führungskräfte der betrachteten Tätigkeits­/Arbeitsbereiche einbezogen werden.

Machen wir gemeinsam die ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung 4.0 in Ihrem Betrieb.