Mit interkultureller Kompetenz zum interkulturellen Arbeits- und Gesundheitsschutz

Das Thema betriebliche Gesundheit hat heute einen anderen Stellenwert als noch vor einigen Jahren. Die Entwicklung geht von reinen Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen hin zu einem aktiven und systematischen interkulturellen Gesundheitsschutzmanagement 4.0, das in der Unternehmenskultur verankert ist.  Oberstes Ziel ist es, gesunde Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten, insbesondere auch für Mitarbeitende mit anderen kulturellen und sprachlichen Hintergründen, zu sichern. Damit bleibt Arbeitsleistung in hoher Qualität erhalten bzw. wird gefördert. Interkulturelles Gesundheitsschutzmanagement betrachtet die gesamte Organisation und setzt auf kontinuierliche Verbesserung, insbesondere an der Mensch-Mensch-Schnittstelle. Dadurch lassen sich Aspekte wie Stress, innere Kündigung, Mobbing oder Burnout vermeiden oder reduzieren. Gesundheitsförderliches Verhalten wird dadurch unterstützt, gegenseitiges Vertrauen, die Identifikation mit der Arbeit und dem Unternehmen gestärkt. Um interkulturellen Gesundheitsschutz für alle Beschäftigten zu gewährleisten, bedarf es der Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhundert: Interkulturelle Kompetenz.

Interkulturalität in einer modernen Arbeitswelt

Interkulturalität spielt bereits seit den 80er Jahren eine große Rolle im Zusammenleben der Menschen.  Besonders in den 90er Jahren gewann dieses Thema dann immer mehr an Bedeutung und heute gilt auf der gesamten Welt großteils ein gemeinsames Miteinander.

Die zunehmende weltweite Globalisierung hat  in der jüngeren Vergangenheit auch dazu geführt, dass es in der Welt immer häufiger zu Überschneidungen mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommt. Und das sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich des Lebens. Dabei sind diese interkulturellen Interaktionen jedoch in der Regel weitaus spannungsreicher, als der Umgang mit den ebenfalls häufig existierenden Nationalkulturen, denn im Gegensatz zu diesen, sind interkulturelle Interaktionen oftmals von einem geringerem gegenseitigem Verständnis geprägt und damit deutlich komplexer sowie auch problematischer.

Kulturen sind nicht klar voneinander abgrenzbar und in sich nicht homogen. Vielmehr definieren sie sich über dynamische Beziehungen zu und Interaktionen zwischen Personen. – Was bedeuten diese neuen Erkenntnisse für die Zusammenarbeit in interkulturellen Teams? Wie können diese Einsichten in die Praxis umgesetzt werden?

Kulturen sind keine klar abgegrenzten Netzwerke (c) Institut IGM